Kriegsgräberfürsorge in Brandenburg

Volksbund Deutsche KriegsgraeberfürsorgeMärkisch-Buchholz, 14. November 2013: In Brandenburg ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach wie vor Aktiv. In dem Wald nahe den Orten Halbe und Märkisch Buchholz fand in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges die Kesselschlacht um Halbe statt. Der Volksbund schätzt, dass noch tausende Tote im Boden der Wälder in dem Gebiet liegen. Um die sterblichen Überreste zu bergen, arbeiten die Umbetter des Volksbundes eng mit Sprengmeistern von Kampfmittel-Beseitigungsdiensten zusammen. Neben den vielen Toten befindet sich auch noch viel Kriegsschrott und Blindgänger im Boden, weshalb es nicht ungefährlich ist nach den sterblichen Überresten zu graben. Wenn die Metalldetektoren der Sprengmeister anschlagen wird vorsichtig mit dem ausgraben begonnen. Wer eigenmächtig nach Kriegsschrott oder gefallenen Soldaten gräbt, begeht in Deutschland eine Straftat. Wer etwa mit einer verrosteten Maschinenpsitole erwischt wird, verstösst gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Wer die persönlichen Gegenstände der Toten einsteckt, begeht Diebstal und wird wegen Grabräuberei angezeigt. Der Volkksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vesucht die Toten anhand der Erkennungsmarken zu identifizieren. Dann werden die persönlichen Gegenstände des Toten an die Angehörigen übergeben. Die sterblichen Überreste werden auf einem Soldatenfriedhof beigesetzt. Der Volksbund unterscheidet dabei nicht nach der Nationalität der toten Soldaten.

V.B.G.O. birgt Weltkriegstoten auf den Seelower Höhen

Klessin, 30. September 2013: “Wahrscheinlich war es ein direkter Treffer einer russischen Granate”, meint ein Vereinsmitglied, als er wieder einen der unzähligen Granatsplitter die um den Fundort des Toten liegen anschaut. “Hier verlief in den letzten Kriegstagen die Front. Hier befand sich wohl ein Unterstand”. Darauf lassen verrottete Balken in der Erde schliessen. Die Männer in den orangenen Overalls gehören dem Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa (VBGO) an. Viele von ihnen haben oder hatten selbst Angehörige, die vom Schrecken und der Sinnlosigkeit des Weltkrieges zu berichten wussten – und von den vielen Toten, die unter dem Druck des Vormarsches der Roten Armee in aller Eile verscharrt wurden. Wegen eines Hinweises aus der Bevölkerung sind die Ehrenamtler nun in einem Dickicht nahe Klessin fündig geworden. Beim Skelett liegt noch eine Erkennungsmarke, die sofort in einen Luftdichten Beutel verstaut wird. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Toten um einen älteren Mann, um die 40 Jahre, der hier möglicherweise beim Ruhen im Unterstand starb, als dieser von der Granate getroffen wurde. Auf die Deteils lassen etwa die Abnutzungen an den Kniegelenken, der vorhandene Zahnersatz und die Lage des Skeletts sowie die vielen Granatsplitter schliessen. In der ehemaligen Kampfstellung soll niemand überlebt haben, berichtet ein Zeitzeuge.